Ich war unendlich verpennt vor dem Badspiegel angekommen. In mein Blick schien die stumme Frage laut gestellt zu werden: warum in Gottes Namen man eigentlich so früh aufstehen muss. Es ist schließlich noch immer dunkel. Da durchschnitt die Morgenstill ein mehrfacher aufdotzender und schlussendlich klirrender Schlag. Was war denn nun das? Das Gehirn versucht den Notstart ohne Koffein zu betätigen. Man eilt zur Tür und schaut in den Flur mit Treppenhaus nach unten. Man ist ja schließlich oben im Dachgeschoß. Der Lichtkegel legt sich über die erste Treppe zum ersten Absatz.
Ist das meine Katze? Schaut sie mit dem Kopf zwischen Absatz und Treppe nach unten? Ja. Katze zieht den Kopf zurück und starrt weiter fassungslos nach unten. Man hört sie förmlich denken: „Also echt, ich könnte schwören… also eben gerade war die kleine portugiesische Keramikvase vom Absatzfensterbrett doch noch zwischen meinen Pfoten? ….??!… Man wo ist die denn nun… das lustige dusselige bauchige Ding war noch eben noch da? … Komisch was ist denn das eigentlich auf einmal für ein Schatten den ich hier auf dem dunklen Absatz werfe? Oh. Oh. Oh f…“ Und weg war sie.
Meine Mutter kam ganz unten aus dem Bad und sah die zersplitterte Bescherung vor sich auf dem Boden. „Oh nein, die schöne Vase. Was ist denn hier passiert?“ Mutti hörte nur mein Glucksen und Lachen aus dem ersten Stock.
Dieser Morgen war unbezahlbar. Bin dank meiner Katze, an diesem Morgen mit einem breiten Grinsen in die Schule gegangen. Es hätte in keinen Comic besser dargestellt werden können. Die Erkenntnis zu lange seinem Forscherherz gefolgt zu sein und auf frischer Tat ertappt worden zu sein.
Unsere Vierbeiner sind ebensolche Physiker und Chemieforscher, wie wir in einem fliegenden Klassenzimmer oder bei der Feuerzangenbowle. Das war die Stunde mit dem Thema der Schwerkraft. The best ever.