Nein! Tu dies nicht. Nein! Tu das nicht. Nein! Lass das. Nein! Nicht hier….das kann endlos so weitergehen. Ja, wir kennen das alle! Alle die, die wissen, wie es ist, wenn man ein Tier in seinem Leben neu willkommen heißt.

Ganz am Anfang, hieß mein Pferd auch primär: NEIN!. Pony. 3 jährig. Also muntere 490 Kg, die ihre Besitzerin in keinster Weise ernst nehmen konnten. „Nein! Wir fressen jetzt kein Gras! – Nein! Wir hängen auch nicht unseren Rüssel in den Gerste-Hafer-Futtertrog!! – Nein! Dem Grashalm müssen wir nicht Hallo!-sagen!!!“ So oder so ähnlich, hörte sich mein typischer Gang vom Offenstall zur Anbindestange an. Und auch dort verlief unsere weitere Konversation nicht erheblich besser. „NEIN! Wir nieten nicht die Besitzerin um! – Nein! Man schiebe sie auch nicht je nach Bedarf zur Seite“ usw und so fort. Ich gab eine erbärmliche Erst-Pferdebesitzerin ab. Aber auch eine Typische.

Ob das je besser wird? In der Regel, ja. Das ist auch der Silberstreifen am Horizont, der einem das durchstehen lässt. Alles was man braucht ist – Ruhe, Ausdauer, richtiges Timing, absolute Konsequenz und gaaaanz viel Lob. Mit Anzahl der eingebürgerten Tiere, hebt sich auch der Grad des Humors und der Selbstironie sowie Demut.

Aber mit Abstand der wertvollste Hinweis war für mich: „Das Universum versteht kein nein, nicht, kein oder ähnliche Verneinungen!“ Und ich sage Euch, Tiere auch nicht. Das hat maßgeblich meine Sprache beeinflusst. Positiver gemacht. Auch wenn es manchmal gar nicht so einfach ist, es ohne nein zu formulieren. Bei „Mach bitte nicht die Decke kaputt!“ – versteht das Universum und das Tier nur „Mach bitte die Decke kaputt!“. Ich sage jetzt immer so etwas Ähnliches wie: „Ich mag die Decke so wie sie jetzt ist. Sauber und ganz. Pass bitte gut auf sie auf.“ Was soll ich sagen – es funktioniert wunderbar. Versucht es auch mal. Das klappt.

Natürlich sage ich auch immer noch Nein. Bin ja schließlich ein Mensch. Aber bei meinem Pferd reicht mittlerweile meist ein Räuspern oder „Na!“ – was bleibt ist Ruhe und richtiges Timing. Dann ist es ein Kinderspiel und kein Name mehr.

Allerdings gibt es auch langjährige Mensch-Tierbeziehungen bei denen der Anteil des Nein!- im Gespräch unangemessen hoch bleibt…da bin ich mir dann auch nicht mehr so sicher, ob das Nein! nicht vielleicht doch zum eigentlichen Namen geworden ist.