den jeder von uns tapfer, ausgesprochen perfekt und gekonnt so weit wie möglich von sich wegschiebt. Der Tag an dem man los lassen wird.

Stirbt ein Tier im Lebensumfeld fühlt man augenblicklich mit dem Besitzer, der Familie mit. Man sieht förmlich den Schmerz und die Trauer. Gleichzeitig ertappt man sich selbst meist bei dem Gedanken: „Oh Gott sei Dank ist es nicht mein Tier.“, und schämt sich im nächsten Augenblick dafür. Aber ich glaube, das ist vollkommen normal und ok.

Wir wissen alle, wir sind nicht ewig da. Auch wenn, wir uns das bei einigen Wegbegleitern so sehr wünschen. Es ist auch gut und gesund nicht immer an den unvermeidlichen Tod, die Trennung im irdischen und den damit verbunden Schmerz zu denken. Denn wäre es so könnten und würden wir das Hier und Jetzt ja gar nicht genießen. Darum geht es doch – die gemeinsame Zeit, Freude, Frust, Verzweiflung und Liebe sind doch was wir zelebrieren sollten. Frust, Verzweiflung? Ja, das gemeinsam mit dem Wegbegleiter durchzustehen ist der Kit, der Leim der alles zusammenhält. Die Freude sowie Liebe, die daraus, trotzdem entstehen und wachsen, das ganze so kostbar machen.

Denken wir doch mal an unsere Verstorbenen, egal ob 2- oder 4-Beiner zurück. Was uns, trotz Tränen in den Augen und Herzen, schmunzeln lässt, sind die lustigen die verzweifelten Situationen, die man zusammen erlebt hat.

Wenn Dein Pferd Dich hat abperlen lassen, beim Join-up. Du schon nicht mehr dachtest, dass Du vor Sonnenuntergang je eine gewünschten Erfolg erlebst. Wenn Dein Hund Dich vor versammelter Hundeschulenmannschaft bloß gestellt hat, weil Dir die innere Stärke und Haltung fehlte. Die Katze, Dir so manches Mal, das Gefühl gab, nur ein begriffsstutziger Dosenöffner zu sein. Ja, jeder von uns hat gerade solche Bilder oder ähnliche Erinnerungen, die gerade vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen.

Aber war nicht all das schwups vergessen, wenn sie sich in Gottvertrauen schnurrend auf deinem Bauch zusammen rollten und in den komatösen Tiefschlaf entgleitet. Oder der Freund mit der nassen Schnauze sich so ehrlich und ausgiebig freute Dich wiederzusehen, dass Dir gleich das Herz aufging, Du Dich gleich ganz besonders fühltest und der nervige sowie anstrengende Arbeitstag wie weg gewischt war. Oder die Fellnase, die Dich mit gespitzten Ohren und wachen Augen spitzbübisch begrüßt, sobald Du aus dem gerade geparkten Auto steigst. Das ist unbezahlbar. Und wiegt alles auf.

Sie mögen uns, so wie wir sind. Sie kennen gnadenlos, all unsere Schwächen. Lieben uns, für unser nicht perfekt sein. Lehren uns geduldig jeden Tag, worauf es wirklich im Leben ankommt. Diese Zeit kann uns keiner nehmen. Diese gemeinsame Zeit ist ein Geschenk. Sie ist unendlich wertvoll, wenn man sie wahrlich respektvoll zu schätzen weiß.

Und es ist auch nicht vorbei nach dem Ableben. Diese Tiere haben uns verändert. Wir sind nicht mehr dieselben Menschen wie zuvor. Auch wenn man nicht mehr durch das geliebt weiche Fell mit der Hand wuscheln kann. Die beruhigende Wärme und Atmung spüren kann. Oder in diese unendlich schönen Seelen der Augen blicken kann. Sie sind und bleiben immer bei uns. Sie wachen über uns und sind im Herzen immer zugegen, besonders wenn wir sie am nötigsten brauchen. Und wenn man ganz genau hin lauscht, kann man ihren Ratschlag hören. Immer gepaart mit einem Funken Humor und Selbstironie. Meist schütteln sie dabei noch schmunzelnd und leicht tadelnd den Kopf über unsere Unwissenheit und das fehlende Vertrauen, dass alles gut ist, so wie es ist.