Wie findet man seinen Wegbegleiter, ob Flügel oder 4Beine? Sorry, bei den 2Beiner kenne ich mich nicht so gut aus oder einfach und ehrlich gesagt, ich bin viel zu tollpatschig, als dass ich hierzu mehr mit Euch teilen möchte, als ich gerade eh schon mache… Wo war ich? Wie findet man ihn oder sie?
Ich wage eine These: ich glaube, sie finden einen. Sie adoptieren einen in der ersten Sekunde. Sie wissen es, bevor man das erst mal in ihre Augen schauen konnte. Sie haben dich spielerisch im Handumdrehen und man möchte nicht gerettet oder befreit werden. Denn durch sie ist man beides bereits schon.
Um ganz ehrlich zu sein – ich fühlte mich genau in dieser Situation, Hunde elend. Um nicht zu sagen mir war schlecht. Die Übelkeit wuchs mit der Erkenntnis der nahenden Verantwortung und Bindung. Ich glaube, so fühlt man sich wenn man Panikattacken vor der Kirchentür erfährt, kurz bevor man jemanden sein Ja-Wort geben soll. Für immer und ewig.
Bei meinen ersten Haustieren habe ich das gar nicht gemerkt – diese „Adoption“. Ich war ein Kind und für mich war dieses Herz austauschen eine Selbstverständlichkeit, es ging so spielerisch, so frei, so selbstlos, so echt. So ohne diesen, doch oft sehr hinderlichen und lauten Verstand. Die Katzen trabten an einem vorbei und es war um einen geschehen. Und sie wussten es. 2 würdigten mich bestimmt anfänglich nicht mal eines Blickes – und sie wussten es. Meine Merry – ja sie hatte mich schon und da hatte sie ihre blauen Babyaugen noch nicht einmal öffnen können – und auch sie wusste es. Sie wusste es ihr ganzes langes Leben.
Dann stellt Euch mal vor wie es ist, wenn Euch knapp 3Jahre und 490kg adoptieren. Ihr könnt es Euch bestimmt denken – nicht gut. Dieser vorwitzige Verstand – oh Gott, wo finde ich in den nächsten 3 Monaten einen Platz für sie, einen guten? Soll ich impfen? Wenn ja, was? Soll ich schon mal einen Sattel kaufen und wenn ja, wann setzte ich mich drauf? Welches Futter brauche ich? Hafer oder doch lieber Pellets? … Oh man und ich hatte den Luxus mich 3 Monate vorzubereiten. Ich sage Euch, ich bekam eine leise Ahnung wie sich jemand fühlt der 2 Streifen auf dem Schwangerschaftstest entdeckt. Und da hat man 9 Monate Zeit sich auf … ja auf was vorzubereiten??!!
Ich fand es auch sehr erschreckend (mittlerweile sehr witzig) wie ähnlich die Fragen und Entscheidungen sind, die man sich stellt und fällt. Jeder quatscht einem rein und hat einen Rat, meist noch ungefragt. Es schwirrt einem der Kopf und die erste Lektion, die man lernt ist: am Ende musst du eh ganz alleine deine eigene Entscheidung fällen und lernen mit ihren resultierenden Konsequenzen zu leben.
Aber lass dir eines gesagt sein: wenn dir schlecht ist, du wackelige Knie hast und dir ganz mau wird über deinen eigenen Mut – dann ist es mit Sicherheit die beste Entscheidung deines Lebens gewesen. Dann schau in die großen tierischen Augen und du weißt, es ist gut.