Der große Urlaub im Jahr steht an. Ob ich mich freue? Mmmmh….nun auf die warme Sonne, das glitzernde Meer und das gute Essen schon. ABER…ich kann mein Pferd leider nicht in den Koffer quetschen. Wenn das ginge, würde das jeder Pferdebesitzer machen. Ja, natürlich sind wir verrückt.

Auch wenn man ein Weltenbummler ist…das Pferdchen erdet einen etwas. Natürlich bereist man schon noch die Ferne. Aber eben anders. Nicht mehr so weit weg. Oder mit Pferd. Gerne auch neuerdings deutlich kürzer.

Nun gut, der Abreisetermin rückt immer näher. Was macht nur mein Pferd in den 2 Wochen „ganz alleine“ im Aktivstall? Klar Sache für alle nicht Pferdebesitzer. Auch Urlaub. Dem Gras beim Wachsen zusehen. Seelig in der Sonne dösen – einfach mal Nasebohren mit 2 Hufen. Nee, denkst Du.

Meist wird ein detaillierter Fitness Plan für dieses besagte „Pferd im Urlaub“ ausgetüftelt. Nicht selten beschreibt dieser, ein umfangreicheres Trainingsprogram, als wenn der Reiter selbst vor Ort ist. Wenn mehrere Reiter übernehmen, wird es eh kompliziert. Dann ist der Plan zum eintragen schon Pflicht.

Aber liebe Nicht-Reiter – wenn man folgendes hört, sollte man sich nicht in Sicherheit wähnen: „Du fährst doch jetzt dann weg. Soll ich bei Deinem Pferd irgendetwas machen?“ „Nee.“ – Pause „Eigentlich nicht.“ – Pause – „Aber vielleicht mal die Hufe auskratzen und schauen ob noch alles dran ist.“ – Pause – „Naja, und vielleicht ihm ab und zu mal sein Futter geben.“ – Pause – „Aber nur wenn Du Zeit hast und es nicht zu viele Umstände macht. (Anmerk. „sein Futter“ ist ungleich der Tage-Heu-, und Kraftfutterration aus dem Automaten).

„Ha ok, mach ich gern. Was soll ich ihm denn geben?“ „Ach gar nicht viel“ – und dann geht es los. „Also von dem Müsli 2 Hände. Das Müsli ist in der großen grünen Tonne. Dann 3 Löffel vom Pferdehanf. Pferdehanf ist in dem kleinen grünen Eimer mit Deckel. Steht was anderes drauf, als drin ist. Ja, Messlöffel liegt drin. Dann noch einen halben Messlöffel vom Selen. Aber nur wenn er viel geschwitzt hat. Sonst nicht. Dann noch eine Handvoll von den Hagebutten, vielleicht. Dann noch aus dem weißen Eimer eine Handvoll Luzerne. Nee, da steht nichts drauf, aber das riechst Du ja dann. Ach ja und dann noch aus dem braunen Glas 2 Löffel vom Muschelkonzentrat. Wenn das Auge wieder tränt, dann gib doch bitte noch 10 Globuli von Euphrasia usw…

Ganz ehrlich, ich bin auch selbst erschrocken, was ich als „ach ist nicht viel“ deklariert hatte vs. dem was ich dann alles aufzählte. Wir spinnen eben ein wenig. Klar wenn das Pferd krank ist, dann geht es nicht anderes. Aber ich schmunzle schon vor mich hin, wenn ich selbst so eine Einweisung erhalte. Unter gestrengen Blick, muss man dann schwören alles wirklich verstanden zu haben. Man fühlt sich dann fast, wie beim Direktor und bekommt schon leicht schwitzige Hände. Aber so wird einem klar gemacht, welch ein Schatz einem da anvertraut wird. Und nicht jeder auf diesen Augapfel aufpassen darf. Sprich man fühlt sich geehrt, den Zettel mit dem täglichen Rezept – ja mittlerweile braucht das Pferd schon täglich „sein Futter“, ausgestattet geworden zu sein. Und sind wir mal ehrlich, wir selbst weisen ja nicht wesentlich anders ein.

Aber damit der Urlaub auch wirklich erholsam ist – bitte nicht die Nummernkombination am Spint vorher ändern und dann ab auf die Kreuzfahrt nach Spitzbergen. Ohne WLAN. Wobei ich glaube, die Pferdebesitzer haben so oder so immer einen guten Draht zum Kapitän auf der Brücke bzw. das dortige WLAN.